Freifahrt in den Knast. Ein Abend über Schuld und Schulden, Gefängnis und Gefängniskritik

 

Welche Schuld wird im Gefängnis abgegolten? Was verspricht man sich vom Ein- und Aussperren? Und in welchen Fällen lässt sich der Freiheitsentzug überhaupt rechtfertigen? Die Haftstrafe gilt als unhinterfragte Antwort – doch Antwort worauf? Im Gefängnis soll die Schuld eingestanden und alles wieder schön gerade gerückt werden…

Die Realität der Gefängnisse sieht jedoch anders aus. Das Gefängnis verfehlt nicht nur den eigenen Anspruch der Resozialisierung, sondern beweist geradezu seine gesellschaftliche Dysfunktionalität. Dennoch besitzt das Gefängnissystem eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz und politische Rechtfertigung, die den problematischen Zusammenhang von Schuld und Haftstrafe unhinterfragt lässt. Die Kritik des Gefängnissystems setzt hier ein und beginnt mit der Forderung nach Entknastung der Gesellschaft durch den Rückbau der Gefängnisse.

AmBeispiel der sogenannten Ersatzfreiheitsstrafe zeigt sich die Problematik besonders drastisch. Diese wird meist dann verhängt, wenn gerichtliche Geldstrafen nicht bezahlt werden können. Doch wer wandert auf diesem Weg am Ende ins Gefängnis? Wie lange und wie oft? Die Ersatzfreiheitsstrafe ist Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Verkettung von Schuld und Schulden, die sich verschärft hat und die es zu durchbrechen gilt.

Wir laden ein zur Diskussion über Schuld und Schulden, Gefängnis und Gefängniskritik.

Mittwoch, 16. Juli 2014 um 19:30 Uhr
im ehem. Polizeigefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstr. 5, Frankfurt am Main

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