Ist Armut strafbar?

Ein Vortrag über Schuld und Schulden, Gefängnis und Gefängniskritik

Welche Schuld wird im Gefängnis abgegolten? Was verspricht man sich vom Ein- und Aussperren? Und in welchen Fällen lässt sich der Freiheitsentzug überhaupt rechtfertigen? Die Haftstrafe gilt als unhinterfragte Antwort – doch Antwort worauf? Im Gefängnis soll die Schuld eingestanden und alles wieder schön gerade gerückt werden…

Die Realität der Gefängnisse sieht jedoch anders aus. Das Gefängnis verfehlt nicht nur den eigenen Anspruch der Resozialisierung, sondern beweist geradezu seine gesellschaftliche Dysfunktionalität. Dennoch besitzt das Gefängnissystem eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz und politische Rechtfertigung, die den problematischen Zusammenhang von Schuld und Haftstrafe unhinterfragt lässt.

Am Beispiel der sogenannten Ersatzfreiheitsstrafe zeigt sich die Problematik besonders drastisch. Diese wird meist dann verhängt, wenn gerichtliche Geldstrafen nicht bezahlt werden können. Doch wer wandert auf diesem Weg am Ende ins Gefängnis? Wie lange und wie oft? Die Ersatzfreiheitsstrafe ist Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Verkettung von Schuld und Schulden, die sich verschärft hat und die es zu durchbrechen gilt.

Wir laden ein zur Diskussion über Schuld und Schulden, Gefängnis und Gefängniskritik.

Mittwoch, 21. Januar 2015, um 19 Uhr.

Raum 1.101 des Gebäudes für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (RuW) an der Universität Frankfurt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe ‚Strafrechtskritik‚ des Arbeitskreis kritischer Jurist_innen Frankfurt statt.

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